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Morgen beginnt hier in Indonesien der Ramadan. Ich bin das erste mal zu dieser Zeit in einem moslemischen Land. Es ändert sich einiges im täglichen Leben.  Sollte man z.B. zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang Hunger bekommen wird’s hart. Restaurants und Imbissstände sind in dieser Zeit geschlossen. Auch für die Raucher wird’s nicht einfach sein. Alle körperlichen Genüsse (Essen, trinken, rauchen, Sex, ….) sind von Sonnenauf- bis Untergang nicht erlaubt. Das gilt zwar nicht für unsereinen, aber man sollte das dann eben nicht in der Öffentlichkeit tun. Gut, beim Sex sehen sie das auch in der übrigen Zeit des Jahres nicht  so gerne ;). Die Raucher im Büro müssen ja normalerweise raus ins freie gehen. Bin ja mal gespannt, wie die das Problem lösen.
Nun muss man aber nicht glauben, dass die Moslems in dieser Zeit irgendwie enthaltsam leben. Wenn die Sonne untergegangen ist, wird die Sau raus gelassen. Der Lebensmittelumsatz in den Geschäften steigt in dieser Zeit auf das doppelte des übrigen Jahres. Es wird mehr gegessen und getrunken als sonst. Oft wird die halbe Nacht hindurch gefeiert. Dafür hängen viele am Tag bei der Arbeit nur rum.
Das Nachtleben in Jakarta ändert sich auch. Bars sind geschlossen. Restaurants dürfen keinen Alkohol ausschenken. Das führt dann zum Teil zu Szenen wie in Amerika zur Zeit der Prohibition. Man bekommt z.B. Bier in Kaffeetassen. Der Restaurantbesitzer darf sich allerdings von der Polizei oder islamistischen Fundamentalisten nicht erwischen lassen. Von der Regelung ausgenommen sind die Bars und Diskotheken in den internationalen Hotels.


Nun ist es also wieder passiert. Jeder in diesem Land hat darauf gewartet. Unklar war nur, wann und wo es passiert. Auch als ich letztes mal hier war, gab es gelegentlich Warnungen von der Botschaft. Nun also wieder Bali. Warum ausgerechnet dort? Ich denke es gibt zwei Gründe. Zum einen sind die Terroristen Islamisten. Auf Bali leben so gut wie keine Moslems. Das gefällt ihnen nicht. Sie wollen ganz Indonesien als moslemische Nation haben. Zum anderen gibt es dort die meisten Ausländer. Hauptäschlich Australier. Die sind hier in Indonesien allerdings auch nicht wirklich beliebt. Überall sonst in Indonesien findet man doch recht wenige Ausländer. Selbst hier in der Hauptstadt. Ausser im Büro ist es gar nicht so häufig, dass man Nichtasiaten sieht.
Im vergangenen Jahr gab es auch hier in Jakarta Bombenanschläge. Allerdings waren die wohl aus sicht der Terroristen deutlich weniger erfolgreich. Bei den Anschlägen auf das Marriot Hotel und die Australische Botschaft wurde “nur? Ausländer getötet. Alle anderen Opfer waren Einheimische und ziemlich sicher Moslems.
Was erreichen si auf Bali? Zum einen treffen sie natürlich viele Ausländer. Zum anderen schädigen sie die örtliche Industrie. Das ist für Bali ziemlich verheerend. Die Insel lebt im Grunde nur vom Tourismus. Jeder dort etwas damit zu tun, auch wenn es oft nur kleine Geschäfte sind. Da sind zum Beispiel die vielen Anbieter von „Transportations“ die man praktisch an jeder Ecke findet. Die verdienen sicher nicht viel, aber auch das wird ihnen dadurch genommen.
Was diesen Typen ausserdem nicht passt, ist der wesentlich entspanntere Lebensstil der Balinesen. Sie leben nun mal nicht nach den strengen Regeln der Moslems und das passt den fundamentalistischen Moslems nicht. Sie sehen ihren Lebensstil als den einzig möglichen an.
Hier über Jakarta schwebt aber auch ständig die Angst, dass etwas ähnliches passieren könnte. Das kann man schon sehen, wenn man sich einfach nur mal durch die Stadt bewegt. Praktisch vor jedem öffentlichen Gebäude, jedem Büro und Hotel, jeder Zufahrt zu einer Schoppingmall gibt es Sicherheitskontrollen. Jedes Auto wird durchsucht. Man schaut mit Spiegeln unter die Autos, öffnet den Kofferraum, schaut ins innere. An Eingängen zu Schoppingmalls werden die Taschen kontrolliert und oft muß man, wie auch an Hoteleingängen, Kontrollen wie am Flughafen passieren. Die Konrollen sind zwar sehr nachlässig, aber ich denke sie haben schon einen gewissen Effekt. Auch auf den Strassen finden Nachts des öfteren Polizeikontrollen statt. Es ist also angeraten, immer den Reisepass oder eine Kopie dabei zu haben.
Alles in allem beunruhigt mich persönlich das ganze aber nicht besonders. Ich werde mich weiter so in diesem Land bewegen wie bisher. Ich habe da bisher auch keinerlei negative Erfahrung gemacht. Alle Indonesier, die ich bisher kennen gelernt habe, waren sehr freundlich und offen. Darunter sind auch einige wirklich streng gläubige Moslems. Aber auch die haben sehr grosse Probleme mit dem Verhalten dieser extremistischen Idioten.
Am Dienstag beginnt hier der Ramadan. Ich danke, dann ist die Gefahr hier ohnehin deutlich geringer.


Heute habe ich mal ein ganz anderes Thema. Den Benzinpreis. Ein Liter Super kostet hier z.Z. 2500 Rupia. Das sind etwas mehr als 20 Cent. Die Preise für Benzin für den Bevölkerungsverbrauch sind hier staatlich festgelegt und subventioniert. Der aktuelle Preis gilt erst seit April. Vorher waren es ungefähr 1600.
So langsam geht der Regierung aber nun das Geld aus. Die Gesamtsumme der Subventionen für das Jahr ist festgelegt. Bereits im Juni haben sie bemerkt, dass mehr Benzin verbraucht wird, als geplant. Dazu kommt das Problem, dass der Weltmarktpreis für das Öl ja ständig gestiegen ist. Im Juli wurde dann der Versuch gemacht, den Verbrauch dadurch zu regulieren, dass man weniger Benzin an die Tankstellen lieferte. Das Ergebnis war Chaos. Nun hat man sich dazu durchgerungen, den Benzinpreis zu erhöhen. Und zwar erheblich Der Liter Super soll dann etwa 4000 Rupia kosten.
Das ganze wurde am Beginn der Woche bekannt gegeben. Gelten soll es ab 1. Oktober (Samstag). Nun muss man wissen, dass der Benzinpreis hier wohl noch ein heißeres Thema ist, als in Deutschland. Die Erhöhung kann durchaus dazu führen, dass die Regierung das Wochenende nicht übersteht. Schon seit gestern ist in der Stadt bereits keine normale Fortbewegung mehr möglich (soweit das in dieser Stadt überhaupt geht ;). Demonstrationen von Taxifahrern, Busfahrern, Autofahrern, Trittbrettfahrern. Dazu jede Menge Polizei und Militär in der Stadt. Alleine der Präsidentenpalast ist mit 1200 Mann gesichert. Es wird also interessant, zu sehen, was in den nächsten Tagen hier noch so passiert.
Die Ankündigung der Preiserhöhung hat dabei noch einige interessante Nebeneffekte. Zum einen versuchen natürlich viele Leute ihr Auto noch mal mit billigem Benzin zu füllen. Alleine das führt zu riesigen Schlangen an den Tankstellen. Dazu kommen Leute, die so viel wie möglich Benzin aufkaufen und dann weiter verkaufen. Da man bei Ihnen nicht Schlange stehen muss, kostet der Liter dort ca. 7000 Rupia. Außerdem lässt sich das Zeug ja auch ab Samstag gewinnbringend wieder verkaufen. Alles das führt dazu, das es im Augenblick recht schwer ist, überhaupt Benzin zu kaufen. In manchen Landesteilen ist es wohl bereits seit einigen Tagen nahezu unmöglich. Weitere Informationen, falls es jemand interessiert, gibt es hier.



Was macht man eigentlich in Indonesien wenn man Hunger hat? Man bestellt sich was zu essen aufs Hotelzimmer? Kann man machen. Ist auch bezahlbar. Aber nicht wirklich das, wass man indonesisches Essen nennt. Das beste indonesische Essen bekommt man in den kleinen Restaurants die es praktisch überall am Rande der Strassen gibt. Man hält ausschau nach einem Schild „Warang“ oder einfach einem kleinem Wagen der als fahrbare Küche dient. Man sollte sich von den etwas abenteurlich aussehenden und sicher nicht deutschen Normen entsprechenden Bretterbuden nicht abschrecken lassen. Es gibt eine große Auswahl von Speisen. Das reicht von „kambing“ (Ziege) über „ikan“ (Fisch) bis „ayam“ (Hühnchen). Das ganze dann Wahlweise als „sop“ (Suppe), „sate“ (Fleischspieß) oder „goreng“ (frittiert). Nahezu alles wird hier frittiert. Jeder kennt sicher „Nasi goreng“ (frittierten Reis) oder „Bami Goreng“ (frittierte Bandnudeln). Aber auch Bananen, Äpfel, Fleisch, Hühnchen, Grashüpfer und was man sich noch so vorstellen kann, oder auch nicht, wird in heissem Öl frittiert. Die meissten Nahrungsmittel gelten erst als geniessbar wenn sie gekocht und frittiert wurden.
Als bestes indonesiches Essen dürfte aber wohl „masakan padang“ gelten. Zum einen weil es eine Auswahl nahzu aller ob genannten Speissen bietet, zum anderen weil es, speziell für jemand der nicht gut oder gar nicht indonesisch spricht, der wohl bequemste Weg ist, zu essen zu kommen. Man sucht sich einfach einen Imbiss oder ein Restaurant mit der Aufschrift „Masakan Padang“ oder hält nach einem Schaufenster mit übereinander getürmten Schüsseln ausschau (siehe oben). Man geht hinein und nimmt ganz entspannt Platz. Eine Karte ist nicht nötig und man braucht auch nicht zu wissen was es so zu essen gibt. Wenn man überhaupt etwas zu sagen braucht, ist es „makan“ (ich möchte essen). Sekunden später beginnt sich der Tisch zu füllen. Eine grosse Schüssel Reis. Viele kleine Schüsseln und Teller mit der gesamten Auswahl, die das Restaurant zu bieten hat. Dazu kommt noch eine Schüssel Wasser für die Finger und ein Glas Wasser zum trinken (Vorsicht, meisst warm oder heiss!). Dazu stehen auf dem Tisch meist noch Bananen und „krupuk“ (Krabbenbrot). Man ißt was man mag, dass andere lässt man einfach stehen. Üblicherweisse wird mit den Fingern gegessen. Dazu wäscht man die Finger der rechten Hand in der Wasserschüssel. Gegessen wird auch nur mit rechts. Es gibt aber auch Messer, Gabel und Löffel. Vorsicht vor etwas das wie Bohnensalat aussieht! Das ist purer grühner Chilli. Höllisch scharf und nur mit viel Reis zu essen. Auch einheimische sind da sehr vorsichtig. Überhaupt ist Reis der beste „Neutralisator“ gegen scharfes Essen, den ich kenne. Wenn man satt ist sagt man „hitung“ (zählen). Der Kellner ermittelt dann den Preis. Man fragt „berapa“ (was kostet es?) und zahlt.
Über den Preis sollte man sich nicht wundern. Der Kellner hat sich nicht verrechnet. Es ist tatsächlich so billig. Wenn man wirklich viel ist, kommt man so bei einsfuffzig (€) an.

Ist heute so was wie ein Glückstag? Bisher siehts danach aus. Heute morgen in Surabaya am Flughafen angekommen. Am Checkin sagt mir die Dame, der Flug um 9.00 Uhr sei 2 Stunden verspätet. Aber vieleicht könne ich noch mit dem nächsten Flug mitkommen. Um 8.00 Uhr. Es war 7.45 Uhr! Sie suchte ein bischen herum und gab mir dann ein Ticket. Upgrade Business Class. Die „cancellation fee“ für die Flugumbuchung vom Donnerstag auf Samstag entfiel auch. Wer sagts denn? Schnell durch den Flughafen gerast. Gerade noch rechtzeitig am Gate angekommen. Schnell noch eine Nachricht an den Fahrer, dass ich 1 Stunde früher ankomme. Die Bedienung im Flugzeug war sehr freundlich. Die kannten soger meinen Namen! Na gut. Ich war die einzige Langnase in der Bussinesclass.
In Jakarta noch kein Fahrer da. Angerufen. Ist auf dem Weg. Wärend ich warte, fällt mir auf, dass meine Kamera weg ist. Die hatte ich mir erst bei meinem letzten Jakarta Aufenthalt gekauft. So ein Mist! Ich also zum Kundenschalter von Garuda Air. Der nette Herr gab mir eine Nummer von Lost&Found. Ich machte mir, ehrlich gesagt, wenig Hoffnung. Kannte das ja aus Berlin. Inzwischen war der Fahrer da. Wir sind erst mal los. Im Auto dann versucht dort anzurufen. Die Stimme am Telefon fragte mich nach der Marke der Kamera. Ich sagte „Panasonic“. Die Stimme darauf: Dann kommen sie sie abhohlen. Wir also umgedreht. War allerdings nicht ganz einfach, das Büro zu finden. Einmal rings rum über den Airport. Durch die internationale Abfertigung, durch die Genzkontrolle in den internationalen Abflugbereich, von dort wieder zurück in den internationalen Ankunftsbereich. Wieder durch die Grenzkontrolle. Wenn man sich vorstellt, was die sonst hier für einen Zirkus veranstalten. Dann festgestellt, dass das wohl der falsche Bereich war. Noch durch den Zoll und wieder durch die Sicherheitskontrolle in den Domestikbereich. Dort endlich das Büro gefunden. In einem, für das Land völlig untypischen, unbürokratischen Verfahren erhielt ich meine Kamera zurück. Ohne irgend eine Geldforderung oder so was. Kaum zu glauben. Mal sehen wie der Tag weitergeht. Müsste eigentlich noch Lotto spielen 😉

Freitag Abend. Hänge in Surabaya fest. Mit der Arbeit war ich heute Nachmittag fertig. Aber es gab keinen Sitzplatz mehr in einem Flieger nach Jakarta. Sitze also jetzt im Hotelrestaurant und schlage die Zeit tot. Es gibt hier jeden Abend so was wie „Livemusik“. Jeden Tag eine andere Band. War die Woche schon mal ganz gut. Aber heute ist es etwas nervend. Die spielen nur fürchterliche Schmalztitel ala Engelbert und so was. Dazu kommt noch, das sich von den 3 Zuhöhreren auch noch 2 auf die Bühne begeben und da so eine Art Karaoke draus machen. Naja, auch der Abend geht vorbei. Morgen früh fliege ich zurück nach Jakarta.



Heute war „aus techn. Gründen“ schon Mittag Feierabend. Meine Kollegen haben mit ein bischen was von Surabaya gezeigt. Die Stadt ist nicht ganz so laut und dreckig wie Jakarta. Dafür ist es deutlich wärmer. Die Sonne glüht hier Mittags schon ganz schön heftig. Wir waren in einem traditionellen Markt. Das ist ein bisschen was anderes als eine moderne Shopping Mall. Es gibts zwar auch so ziemlich alles zu kaufen. Aber die Bedingungen sind doch ein wenig anders. Da ist nix klimatisiert und die „Gerüche“ sind auch ein bischen „anders“. Die Leute die hier den ganzen Tag arbeiten beneide ich nicht wirklich. Wir waren dann noch etwas essen. Heute gab es „Kambing“ Suppe (Lamm). War ganz ok.

So! Der erste Arbeitstag ist geschafft! Sitze in der Plaza Semanggi gleich neben dem Aston Hotel Jakarta. Im Starbucks ist WLAN inclusive. Ist zwar echt lahm, aber um ein paar Zeilen zu schreiben isses ok. Habe noch ein bischen Probleme mit dem Jetlag. Wird sich aber in den nächsten 1-2 Tagen geben, denke ich. Ausserdem muß ich mich auch erst mal an den Temperaturumschwung gewöhnen. In Berlin waren um die 15 Grad. Hier sind es mehr als 30.
Morgen geht es weiter nach Surabaya. Wohl so für 2-3 Tage. Mahl schauen ob es möglich ist, dass ich mich von da mal melde. Werde jetzt noch ein paar Minuten meinen Kaffee geniessen und dann gehts ins Hotel. Mal schauen was DW-TV (Deutsche Welle TV) zum gestrigen „Tag der langen Gesichter“ bringt. Irgendwie waren ja mal wieder alle der Meinung, sie hätten die Wahl gewonnen. Bloss dumm, dass gerade Sonntag war. Ich denke die Tage von Frau Merkel sind gezählt. Mal sehen ob sie noch im Amt ist, wenn ich mich das nächste mal melde. Bis denne.

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