Chaos Tage

29 Apr

Ich bin mal wieder spät mit dem schreiben. Das ganze hat mehrere Gründe. Meine Reise startete am vergangenen Dienstag, dem 20. April. Der geneigte Leser wird sich erinnern: Es war die Zeit der Luftraumsperre über Europa. Normalerweise sollte ich an diesem Tag bereits in Cairo sein. Da zu diesem Zeitpunkt niemand in der Lage war vorauszusagen wie lange das noch anhalten würde, musste ich nach alternativen zum Flugzeug suchen. Schon das Wochenende habe ich damit verbracht, Zugverbindungen zu suchen. Zuerst habe ich Versucht über die Internet Seite der Bahn AG eine Verbindung irgendwo nach Südeuropa zu finde, von wo man dann ja einen Flieger nehmen könnte. Leider war das, was da als Zugverbindung angeboten wurde, wenig erfreulich. Nur mal als Beispiele: Von Berlin nach Rom dauert nur knapp 2 Tage mit 5 mal Umsteigen. Von Berlin nach Paris geht ganz gut: Nur einmal umsteigen und in einem halben Tag zu schaffen. Bringt aber nix, da von dort auch nix fliegt. Von Berlin nach Madrid: 3 Tage mit 9 mal (in Worten: neun) umsteigen. Entweder das europäische Bahnsystem ist eine absolute Katastrophe oder diese Internet Seite. Die Verbindungen zwischen Europas Hauptstädten waren jedenfalls vor hundert Jahren schon mal besser. Dazu kommt: Man kann für keine dieser Strecken bei der genialen Bahn AG Tickets kaufen. Das geht nur für den Teil der innerhalb Deutschlands liegt. Da lob ich mir Europa!

Mittlerweile bin ich auf die Seite der ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) gestossen. Die schaffen es wenigstens, halbwegs sinnvolle Verbindungen zu finden. Die Fahrt nach Rom oder Madrid reduziert sich um ein bis zwei Stationen. Etwas besser sieht die Sache in Richtung Osten aus: Nach Warschau oder Moskau kein Problem. Durchgehende Züge, aber nutzlos, da auch dort die Situation nicht besser ist. Ich taste mich gen Süden vor. Budapest: Immerhin über Nacht per EuroNacht Express zu erreichen. Aber auch zu. Weiter nach Bukarest. Wieder eine Station über Nacht. Aber auch hier sagt die Seite des Flughafens: keine abgehenden Flüge. Am Sonntag versuchte ich mein Glück noch am Fahrkartenschalter der DB. Den Weg kann man sich getrost sparen. Eine Sinnvolle Verbindung herauszusuchen überfordert diese Herrschaften völlig. Ausserdem gibt es weiteres Problem: Will ich nach Madrid oder Rom gibt es in Frankreich oder Italien oder Frankreich nur reservierungspflichtige Züge. Selbstverständlich kann man am Schalter der DB dafür keine Reservierung bekommen und ab es überhaupt freie Plätze in diesen Zügen gibt, kann einem selbstverständlich auch keiner in diesem Unternehmen mitteilen.
Also versuche ich am Montag etwas anderes. Ich gehe zu dem Reisebüro, bei dem ich sonst meine Flugtickets bestelle. Das läuft im allgemeinen so ab, dass ich denen sage: Buchen sie mir diesen Flug!, und dann tun sie das. Jetzt hatte ich mal eine richtige Aufgabe. Ich teilte ihnen mit, dass sie den Flug, den ich für Montag Abend hatte, stornieren können. Der würde ja ohnehin nicht gehen. Dafür sollten sie mir eine, wie auch immer geartete, Verbindung nach Cairo heraussuchen. Ich wurde angeschaut wie ein Ausserirdischer. Es schien noch nie jemand von einem Reisebüro erwartet zu haben, dass die eine Reise organisieren. Das sei völlig unmöglich. Sie können nur Flüge buchen. Schon eine Bahnfahrkarte ist nicht möglich. So langsam standen mir die Haare zu Berge (soweit das Möglich ist). Nach einigem suchen fand ich ein Reisebüro, dass sich als Bahnspezialist bezeichnete (siehe hier: Kopfbahnhof). Na gut, man kann’s ja mal versuchen. Schlimmer kann’s nicht werden. Die haben mich allerdings positiv Überrascht. Verbindungen quer durch Europa: kein Problem. Wenn ich will mit dem Zug nach Peking. Kann ich sofort buchen. Ganz so weit soll’s nun aber doch nicht sein. Ich sagte: irgendwohin von wo aus ich nach Cairo fliegen kann. Nach deren Aussage war tatsächlich Richtung Osten die bessere alternative. Zum einen bessere Verbindungen, zum anderen gibt es dafür auch noch Tickets. Richtung Spanien sah es damit wohl eher schlecht aus. Ok. Also nehmen wir den Weg den Reisende schon vor hundert Jahren in Richtung Nordafrika oder naher Osten genommen haben: die Route des Orient Express. Von Berlin über Budapest, Bukarest, Sofia nach Istanbul. Leider nicht so bequem wie vor hundert Jahren. Da fuhr so ein Zug noch von Paris bis Istanbul durch. Heute geht das etwas moderner. Man steigt mindestens in Budapest und Bukarest um. Ausserdem dauert’s etwas länger. Dienstag Abend los und man kommt dann schon am Freitag Morgen in Istanbul an. da man zu diesem Zeitpunkt nicht weiss, wie es mit dem Flugverkehr weitergeht, erscheint das aber eine Alternative. Ausserdem könnte das recht interessant werden. Wurde es dann auch. Aber das kommt in der nächsten Folge.

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  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von mkihr erwähnt. mkihr sagte: New blog post at http://reisen.mkihr.de/index.php/2010/04/29/chaos-tage/ […]

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