JEMEN
Sieben Deutsche von Rebellen entführt

Neuer Kidnappingfall im Jemen: Nach offiziellen Angaben wurden im Norden des Landes sieben Deutsche und zwei weitere Ausländer entführt. Bei den Geiselnehmern handele es sich um schiitische Rebellen, sagte das Verteidigungsministerium in Sanaa.In Berlin wurde ein Krisenstab eingerichtet.

Sanaa – Die aus neun Personen bestehende Gruppe war bereits vermisst worden, nun erklärte das jemenitische Verteidigungsministerium auf seiner Website, die Ausländer seien entführt worden.

Die Geiselnehmer seien schiitische Rebellen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur SABA gehören die Geiselnehmer zur schiitischen Rebellengruppe von Abdulmalik al-Houthi. Die Gruppe sei im Norden des bitterarmen Landes auf der Arabischen Halbinsel gekidnappt worden. Zu der Gruppe gehören dem Bericht zufolge sieben Deutsche, ein Brite und eine südkoreanische Lehrerin.

Bei den Deutschen handele es sich um ein Paar, drei Kinder und zwei Krankenschwestern, hieß es in der Ministeriumserklärung unter Berufung auf einen Behördenvertreter der Region Saada weiter. Die neun Ausländer seien Mitglieder einer internationalen Organisation, die für ein Krankenhaus der gleichnamigen Stadt Saada tätig sei.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte SPIEGEL ONLINE am Sonntag, es würden im Jemen sieben deutsche Staatsbürger vermiss. Ein Krisenstab sei eingerichtet worden.

Keine Forderungen der Entführer bekannt

Das genaue Datum der Entführung sei noch unklar, hieß es in den Berichten aus Sanaa derweil. Forderungen seien bislang nicht gestellt worden. Saada liegt rund 200 Kilometer nördlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Die Gruppe wurde bereits am Vortag vermisst. Es war zunächst unklar, ob es sich um eine Entführung handelte. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte am Sonntag, die deutsche Botschaft in Sanaa stehe in „engstem Kontakt“ mit den örtlichen Behörden. Noch seien die Umstände aber unklar.

Am vergangenen Donnerstag hatten Entführer auf der Straße von der Hauptstadt Sanaa nach Saada bereits einen Bus mit 22 Menschen in ihre Gewalt gebracht, darunter 14 ausländische Mitarbeiter eines der Krankenhäuser von Saada. Die 14 Ärzte und Pfleger aus Indien, Ägypten, dem Sudan und den Philippinen und ihre Familienangehörigen kamen am Freitag wieder frei.

Erst im Januar war im Jemen zudem ein deutscher Ingenieur zwei Tage von Geiselnehmern festgehalten worden. Mitte Dezember wurden drei Deutsche im Jemen entführt. Die Entwicklungshelferin und ihre Eltern kamen nach wenigen Tagen wieder frei.
In den vergangenen 15 Jahren wurden in dem Land mehr als 200 Ausländer von unterschiedlichen Stämmen entführt. Oft geht es dabei um Auseinandersetzungen mit der Regierung, in anderen Fällen wollen die Geiselnehmer inhaftierte Stammesmitglieder freipressen. Die Entführungen gehen für die Geiseln meist glimpflich aus.

[From Jemen: Sieben Deutsche von Rebellen entführt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik]

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