Typische Verkehrsszene in Jakarta oder auch „Monkeys on wheels“, wie einer meiner einheimischen Kollegen die Motorradfahrer, die es zu 4 Millionen auf den Strassen Jakartas gibt, nennt. Und manchmal glaubt man, dass es wirklich nichts anderes als Affen sind. Menschen können, meiner Meinung nach, nicht so Motorrad fahren. Na gut, Motorrad. Schon das ist so eine Sache. Das gängige Motorrad hier hat max. 200ccm. Mehr ist steuerlich nicht sinnvoll. Nur wenige, reiche Leute fahren hier gelegentlich mit grösseren Geräten herum. Aber auch das sind keine Motorräder sondern Harleys. Was anderes gibts es hier praktisch nicht. Aber zurück zu den Fahrern dieser Geräte. Ich habe hier das Gefühl, dass die jedesmal wenn sie auf das Ding steigen mit dem Leben abschließen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Die Fahrweise ist irgendetwas zwischen wahnsinnig und lebensmüde. Wird schon gut gehen. Inschalla!
Nun ist ja generell der Verkehr auf Jakartas Straßen für europäische Verhältnisse eher „anarchistisch“ zu nennen. Wenngleich nicht so schlimm wie in Manila, ist er hier jedoch auch weitestgehend frei von Regeln. Trotzdem gibt es vergleichsweise wenig Unfälle. Zumindest was Autos betrifft. Bei Motorrädern sieht es dann doch etwas anders aus. Da gibt es schon öfter mal Unfälle zu besichtigen. Am Häufigsten Unfälle zwischen Motorrädern. Sehr oft auch mit Fußgängern. Manchmal mit Autos. Im Gegensatz zu den Motorrädern fahren die Autos recht passiv, man rechnet mit jeder Blödheit des anderen. Motorräder hingegen sind hier unterwegs, als ob ihnen die Stadt gehört. Aggressiv, gefährlich, rücksichtslos. Fußgänger werden nicht nur beim überqueren der Strasse oder auf dem Zebrastreifen über den Haufen gefahren. Selbst wenn alle Autos am Zebrastreifen stoppen um die Fußgänger passieren zu lassen. Die Motorräder kommen noch immer volle Pulle zwischen den Autos hervorgeschossen. Auch auf dem wenigen, in der Stadt vorhandenen Fußwegen lebt man gefährlich. Ist die Strasse voll, wird dieser halt von den Motorradfahrern genutzt. Ob dort Fußgänger unterwegs sind oder nicht, spielt keine Rolle. Im Zweifel umhauen. Fußgänger gelten hier ohnehin nur als Verkehrshinderniss. Wer wird erster?
Aber man ist nicht nur rücksichtslos gegen andere. Auch gegen sich selbst. Fahren entgegen der Einbahnstraße, als Geisterfahrer in der entgegengesetzten Fahrspur, überhohlen in der Kurve durch den Gegenverkehr sind nur kleine Beispiele für den ganz normalen Wahnsinn. Und oft sitzt nicht nur ein Fahrer auf diesen Fahrzeugen. Bei einem Mopedunfall kann schon leicht mal eine ganze fünfköpfige Familie ausgelöscht werden. Neulich, auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit, sah ich ein Moped mit einem Seitenwagen, auf dem saß eine halbe Schulklasse. Am Steuer einer der Schüler, kaum älter als 12.

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